Eine Foto-Installation
Ich
habe mich ab 1988 wieder intensiver mit der Fotografie beschäftigt.
Anlaß dazu war der langsame Abriß der ÖAF-Gebäude
an der Brünner Straße im 21. Bezirk. Ich wollte die
Demolierung fotografieren und war fasziniert von der wie gestern
verlassenen Arbeits-Welt. Mich hat sowohl das Objekthafte der
zufälligen Arrangements der zurückgebliebenen Maschinen,
Arbeitsmittel und Lebensüberreste als auch deren Verweis auf die
Menschen, die hier gearbeitet haben, interessiert. In der Folge habe
ich mich in mehr als 20 Foto-Aktionen in Abrißobjekte,
baufällige Privathäuser, Fabriksareale und aufgelassene
Krankenhäuser in Österreich, in der BRD und in
Großbritannien begeben, auf eine vergleichende Suche nach
diesen Oberresten.
Meine
Fotos sind vor allem Dokumente meiner Aufenthalte an Örtlichkeiten
des Macht-, Besitz-, Produktions- und Funktionsvakuums, einer
Übergangsphase also. Aufgenommen vor dem Zeitpunkt des
Demolierens und des folgenden Neuaufbaus, sind sie nicht nur
Dokumente der Zerstörung, sondern auch der Verbindung meines
Blicks mit den Menschen, die zwar für mich unsichtbar blieben,
die ich aber über ihre zurückgelassenen Dinge kennenlernen
konnte. Sie verhindern, daß ich in einen Raum ohne Geschichte,
Erinnerung und Obsessionen hineinfalle.
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