Ein Realentwurf
Den
CULT-RAUM kann man nur von der rechten Seite her betreten, durch ein
Türöffnung von 125 cm Breite. Der CULT-RAUM hat die
Abmessungen 18,35 x 4,80 m. Licht erhält er von drei Seiten:
durch die 3 Fenster der Rückwand, die 5 Fenster der linken
Seitenwand und die 4 Fenster der rechten Seitenwand, alle 120 x 140
cm groß, alle 220 cm überm Bodenniveau,
Der
Blick wird zuerst durch den Mauer:Block 1, mit den
Abmessungen 190 x 40 x 19 cm, abgelenkt. Er ist 160 cm von der
rechten
Seitenwand
und 95 cm von der Hinterwand entfernt.
Wendet
man sich nach links und geht zwischen der Rückwand, an deren
beiden Enden Rohre mit 30 cm Durchmesser zur Decke fuhren, und der
Schmalseite des Mauerblocks 1 hindurch, so gerät man in einen
Raumabschnitt der rechts im Abstand von 285 cm vom Mauer:Block
2, mit den Abmessungen 700 x 40 x 195 cm, begrenzt wird.
Dieser weist 60 cm über dem Bodenniveau 4 kreisrunde Durchbrüche
mit jeweils 30 cm Durchmesser auf, die von den beiden Mauerenden
jeweils 35 cm und von einander jeweils 155 cm entfernt sind.
Zwischen
dem Mauerblock - 40 cm - und der Rückwand - Abstand: 90 cm -
erheben sich Sockel:Quader 1, 2, 3 und 4,
jeder mit den Abmessungen 150 x 75 x 40 cm.
Zwischen
der linken Seitenwand und der Schmalseite des Mauer: Blocks 2 bleibt
ein Zwischenraum von 270 cm. Im Abstand von 410 cm von der Rückwand
beginnen die Boden:Ausnehmung 1, unmittelbar neben der
linken Seitenwand, und die Boden:Ausnehmung 2. Boden:Ausnehmung
1 mißt 900 x 55 x 120 cm, Boden:Ausnehmung 2, 150 cm von der
ersten zur Raummitte hin entfernt, 210 x 55 x 120 cm.
Links
davon befinden sich 6 große Boden:Löcher, mit
einem Durchmesser von 15 cm, jeweils im Abstand von 25 cm. Rechts von
der Boden:Ausnehmung 2 sieht man 4 Reihen Boden:Löcher, die
Reihen jeweils 170 cm voneinander entfernt, pro Reihe 21 Löcher,
mit einem Durchmesser von 15 cm, jeweils auf einer fortgesetzt
gedachten Mittellinie der 4 kreisrunden Durchbrüche in
Mauer:Block 2.
An
diese insgesamt 90 großen Boden:Löcher schließen
sich rechts bis zur rechten Seitenwand hin 6 Reihen kleine
Boden:Löcher an, mit einem Durchmesser von 9 cm,
ebenfalls 21 in einer Reihe, zusammen also 126.
Mit
dieser Beschreibung sind fast drei Viertel des CULT-RAUMS abgedeckt.
Die Fläche des vordersten Viertels wird durch eine quaderförmige
Abmauerung der rechten Ecke, mit den Abmessungen 20 0 x 180 cm,
verringert. Von dieser 210 cm und von der Vorderwand 100 cm entfernt,
erheben sich Sockel:Quader 5, 6 und 7,
wieder mit den Abmessungen 150 x 75 x 40 cm, wieder mit einem Abstand
von 110 cm von einander.
Von
diesem Standort aus versperrt einem Mauer:Block 3, mit
den Abmessungen 665 x 40 x 195 cm, die Sicht. Direkt an ihn angebaut
ist das 70 cm breite und 130 cm hohe Fünfstiegen:Plateau.
Alle Stiegen sind 70 cm breit und haben 7 Stufen mit einer
Kantenlänge von jeweils 20 cm.
Stiege
1 führt, parallel zur linken Kante des Sockel:Quaders 7, auf
das Plateau so hinauf, daß man - rückwärtsgehend -
rechts neben sich die Schmalseite des noch 65 cm höher
aufragenden Mauer:Blocks 3 direkt unter sich das um 15 cm längere
Plateaustück, das den Übergang zur Stiege 2
darstellt, die - auf der Linie zu Stiege 1, parallel zur linken
Seitenwand - wieder auf das Bodenniveau hinunterführt.
Jetzt
kann man das Mauerblock:Fünfstiegen:Plateau von der
Raummitte her noch einmal ins Auge fassen. Wiederum aufs Plateau
hinaufführend, schließen - parallel zur Stiege 2 - die
Stiegen 3 und 4 an, jeweils 125 cm von einander
entfernt, wobei die vordere Plateaumauer, jeweils links neben der
Stiege 2, 4 und auch 5 - 110 cm hohe und 75 cm breite Vertiefungen
aufweist, mit kreisrunden Durchbrüchen, mit einem Durchmesser
von 30 cm, 60 cm über dem Bodenniveau.
Von
der rechten Seitenwand kommend, ist Stiege 5 an Mauer:Block 3
so angebaut, daß die unterste Stufenkante mit dessen rechter
Schmalseite abschließt und die oberste Stufenkante das
Plateauniveau im Abstand von 120 cm davon erreicht.
Der
CULT- RAUM ist erst vollständig. wenn man alle kreisrunden
Mauer:Ausnehmungen, alle Boden:Löcher und alle Rohranschlüsse
in den beiden Boden: Ausnehmungen so miteinander verbunden hat, daß
sich ein funktionales, transparentes Rohr:System ergibt,
durch das eine zähe, schwarze Flüssigkeit gepumpt wird -
eine nur dem inneren Auge sichtbare Realplastik.
MÜLL:ARBEIT
Um
die Sockel:Quader 1, 2, 3 und 4 freizulegen, war
es nötig, eine Müll:Arbeit in der Dauer von etwa 6 Stunden
zu leisten. Der Müll bedeckte etwa 40 cm hoch den Raum zwischen
Mauer:Block 1, Mauer:Block 2 und Rückwand.
Ich
brachte 90 Müllsäcke mit und wollte zuerst allen Müll
in ihnen verstauen und sie dann an der Mauer, die das Wildgelände
vor dem CULT:RAUM zur Donau hin abschottet, übereinander
gestapelt lagern.
Ich
beförderte den Müll mit einer kleinen Schaufel, teilweise
auch mit bloßen Händen, in die Säcke, eine recht
mühsame und schweißtreibende Arbeit.
Ich
hatte vorher noch nie einen so direkten Kontakt mit Müll, der
sich hier noch dazu teilweise schon in einem fortgeschrittenen
Verrottungszustand befand, was auch am - nicht unbedingt unangenehmen
- Geruch zu bemerken war. Er bestand auch Glas- und Plastikflaschen,
aus Plastikbehältern, aus Glasscherben, Plastiksplittern, Eisen-
und Holzteilen, aus Sprayflaschen, aus teilweise noch vollen
Lackdosen, aus Papierknäueln, Telefonbüchern, Drähten,
Schnurteilen, Wellpappehaufen, aus Plastiksäcken, aus Erd- und
Mörtelbrocken, aus Staub, aus Bodenkacheln, aus Glaswolle und
einigem anderen mehr.
Als
mir die Säcke ausgingen, mußte ich den Müll
schaufelweise vor die Halle befördern. Ich verstreute ihn so auf
den bereits dort gelagerten gefällten Säcken, daß er
diese schließlich ganz bedeckte und der Eindruck entstand, als
würde der ganze Haufen aus locker angehäuftem Müll
bestehen.
Das
Ergebnis meiner Müll:Arbeit entsprach ganz meinen Absichten: ich
hatte alle Sockel:Quader freilegen können, sodaß ein
Besucher des CULT:RAUMS diese direkt und ohne Hindernisse in ihrer
Wohlproportioniertheit wahrnehmen und mit den übrigen
Erscheinungen des CULT:RAUMS in Beziehung setzen konnte. Zugleich
stieß man, ehe man diesen betrat, auf den mühevoll
entfernten Müll, eine Art allgemeines Omen, das besondere
Geheimnisse barg, indem es auf jene unbekannte Menschen verwies, die
schon vorher den CULT:RAUM betreten hatten, und auf deren Arbeit,
etwa auf dem Gokart- und Werft-Areal, das gleicht danebenliegt, oder
auch anderswo.
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