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Im
Herbst 1985 suchte der Künstler und Kunsterzieher Erich Praschak
ein neues Atelier, wurde dann nach einiger Zeit auf die beiden
Kellerräume im Haus Wien 1., Postgasse 13, aufmerksam gemacht
und fand dort Gegebenheiten vor, die etwa dem entsprachen, was ihm
schon zu Akademiezeiten vorgeschwebt war, sodaß er sich schon
nach der ersten Besichtigung sagen mußte: Das wird eine
Galerie. Den Mietvertrag unterschrieb er im Jänner 1986. Zur
Eröffnung kam es aber erst im Juni, weil eine Adaption nötig
war; aber vor allem deshalb, weil sie ein Rechtsstreit der
Hausparteien, die zum Teil miteinander verfeindet waren, immer wieder
hinauszögerte.
Praschak
hatte anfangs sehr wenig Kontakt zu anderen Künstlern, weshalb
er mit einer Gruppenausstellung mit Zeichnungen von 24 Personen,
unter dem Titel Hirn-Herz-Hand, startete. Kurz vorher war in
einer ehemaligen Kleiderfabrik beim Kohlmarkt die Ausstellungsserie
Das offene Auge" über die Bühne gegangen, ohne
daß die Auswahl der Künstler einen repräsentativen
Querschnitt durch die Wiener Kunstszene dargestellt hatte und ein
bestimmtes Konzept sichtbar werden ließ. Deshalb nahm die erste
CULT-Ausstellung den Charakter einer Gegenveranstaltung mit
den dort
nicht Berücksichtigten an und bewirkte eine euphorische
Aufbruchstimmung, die zur Identitätsfindung einer kleineren
Gruppe beitrug.
Im
Herbst 1986 stieß Karl Heinz Bloyer, den Praschak von
der Akademie her kannte, hinzu, und das damalige Arbeitsmodell wird
auch noch jetzt so praktiziert: Die Konzepte und die Organisation der
einzelnen Ausstellungen besorgen sie beide zusammen, den
Journaldienst teilen sie sich auf.
Damals
fanden die ersten Einzelausstellungen statt, die auch dazu dienten,
die Galeristentätigkeit von der Pike auf zu lernen, mit der
Presse die ersten Kontakte herzustellen und um den Fortbestand der
Galerie weiterzukämpfen. Bald war ihnen klar geworden, daß
die CULT als Produzentengalerie weitergeführt werden sollte:
Praschak und Bloyer blieben die Animatoren und Organisatoren, nahmen
zugleich aber viele Anregungen von außen auf, in der Absicht,
das Ganze lebendig und spannungsreich zu erhalten, ein Prinzip, das
den Künstlern verdeutlichen sollte, daß sie hier nicht -
wie so oft woanders - ausgenutzt und hineingelegt wurden. Die
Galeristen stellten die Räume und die Organisation zur
Verfügung, ohne für die Arbeit etwas zu kassieren; die
Künstler kamen für die Miete und die anderen Unkosten auf.
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